Das Furaldach

Merkmale des Furaldaches
- Geringes Gewicht (pro m2 inkl. normalen Furallatten, je nach Material 4–10 kg)
- Die Furalbänder sind dank den Hohlrippen auf ihrer ganzen Breite freitragend. Sie benötigen keine geschlossene Unterkonstruktion als Auflager.
- Die Furalbedachung kann deshalb gut hinterlüftet werden.
- Infolge dieser guten Hinterlüftung wird keine Sonnenwärme direkt nach unten übertragen.
- Die Fural-Dachhaut ist weder aufgenagelt noch geschraubt und kann sich deshalb nach allen Seiten frei ausdehnen.
- Das Furaldach ist schnell verlegt. Es kann leicht und unverletzt demontiert und wieder montiert werden. Auch einzelne Bandpartien sind gut auswechselbar.
- Die Minimaldachneigung beträgt 10° Die Furalbänder können aber auch senkrecht und hängend angebracht werden (Wände oder Decken).
- Die Fural-Bedachung setzt weder eine bestimmte Dachform noch ein bestimmtes Mass voraus.
- Das Furaldach benötigt wenig Unterhalt. Es ist unbeschränkt haltbar und wertbeständig.
Nach diesen Vorteilen soll noch auf einige Besonderheiten hingewiesen werden:
- Das Furaldach ist nur montage-begehbar, eignet sich also nicht für begehbare Terrassen. Die Minimalneigung von 10° darf nicht unterschritten werden.
- In der Bandüberdeckung steigt das Kapillarwasser bis zum oberen Ende derselben. An dieser Stelle darf keine Berührung mit der Unterkonstruktion stattfinden.
- Wie bei jedem Dach, das mittels Überdeckung dicht ist, muss zur Vermeidung von Rückstau bei Schnee und Eis das Dach unterlüftet sein. Zudem ist ein Unterdach erforderlich (SIA-Norm).
- Auf Metalldächern entstehen bei Regen mehr oder weniger starke Geräusche. Um daraus entstehende Störungen zu vermeiden, soll die Deckenkonstruktion der darunter befindlichen Räume möglichst schallisolierend sein. Durch eine besondere Behandlung der Furalunterseite kann die Geräuschbildung sehr stark reduziert werden.
- Fural ist korrosionsfest, wenn es nicht mit Fremdmetallen, Kalk oder Zement in Berührung kommt.
Voraussetzung für eine einwandfreie Fural-Bedachung ist:
- Einhaltung der Bedingungen über die Beschaffenheit der Unterkonstruktion.
- Exaktes Arbeiten
- Beachtung der fachmännischen Grundregeln, die für jede Metallbedachung gelten.
1. Technische Merkmale
1.1 Das Prinzip der Befestigung
Die Furalbänder werden parallel zur Traufe verlegt und durch Aufklemmen auf dem Befestigungsband gehalten. Das Furalband hat in gleichen Horizontalabständen wie die Zungen des Befestigungsbandes Hohlrippen und schmiegt sich dem Befestigungsband an. Im Zwischenrippenteil hat es etwas Spiel zur Aufnahme der Längsdilatation. Da der Zwischenrippenteil des Furalbandes in verlegtem Zustand nach unten bombiert ist, kann dieses nicht durch Windsog losgerissen werden. Bei zunehmendem Luftdruck von unten wird es umsomehr nach den Seiten, also in die Kanten des Befestigungsbandes gedrückt. Die Furaldachhaut ist somit sturmsicher. Sie weist auch keine Nagellöcher oder dergleichen auf. Die Befestigungsbänder werden durch die vorhandenen Schlitzlöcher mit 35 mm langen MB-Stiften auf die Dachlatten genagelt. Die Nägel sind quer zur Sogrichtung eingeschlagen und werden somit auf Abscherung beansprucht, was ein Losreissen des Bandes ausschliesst.


1.2 Tragfähigkeit
Die 16 mm hohen Hohlrippen des Furalbandes verstärken das Band auf der ganzen Breite. Es liegt im Abstand von 250 oder 500 mm auf den Befestigungsbändern auf. Die Dachlasten (Schnee, Personen, usw.) werden zum grössten Teil von den Rippen aufgenommen. Beim Begehen des Daches müssen die Füsse zwischen den Rippen in der gut 10 cm breiten Mulde aufgesetzt werden, weil sonst die Rippen durchknicken könnten. Es eignet sich also nicht für ein begehbares Terrassendach.
1.3 Dilatation
Die Berücksichtigung der Massveränderungen des Metalls bei Temperaturschwankungen ist beim Furaldach auf einfache Art einwandfrei gelöst. In der Längsrichtung der Furalbänder dient der Zwischenrippenteil mit seinem erwähnten Spiel zur Aufnahme der Dehnungen. Quer zu den Furalbändern können diese auf den Befestigungsbändern so gut schieben, dass sogar die normale Gebäudedilatation überbrückt wird, sofern nicht ganz ausserordentliche Verhältnisse vorliegen.

1.4 Korrosion
Fural als Metallbedachung ist gegen atmosphärische Einflüsse äusserst widerstandsfähig. Es empfiehlt sich, wie auch bei anderen Metallbedachungen, die ganze Arbeit aus dem gleichen Material auszuführen.
1.5 Dachunterlüftung
Zwischen Fural-Dachhaut und isolierter Decke muss ein hinterlüftbarer Zwischenraum sein, sonst bildet sich an der kalten Furalunterseite infolge der Bauwärme mit ihrer Feuchtigkeit Kondenswasser, was zu Tropfenbildung führen kann. Der Zwischenraum muss unten und oben mit Luftöffnungen versehen sein. Die dadurch entstehende Unterlüftung verhindert die Kondensatbildung oder fördert das Eintrocknen eventuell entstehender schwacher Schwitzwasserstellen. Im Winter entsteht dadurch eine kalte Schicht, die ein Tauen des Schnees in den oberen Dachpartien und ein Gefrieren in der Nähe der Traufe verhindert. Der Lüftungs- Zwischenraum muss mindestens 5 cm hoch sein. Es ist darauf zu achten, dass keine Bauteile die Furalunterseite berühren können, weil sie sonst eventuelles Schwitzwasser ableiten könnten.
1.6 Dachneigung
Diese beträgt für Fural mindestens 10° Darüber hinaus ist jede Neigung möglich. Senkrechte Wände oder horizontale Decken können ebenso gut erstellt werden.





