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Die mystische Eibe

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Mystik und Magie

Der sagenumwobenen Eibe werden Zauberkräfte nachgesagt. Sie soll böse Hexen, Geister und Dämonen abwehren. Für die Kelten und Gallier war die Eibe einer der heiligsten Bäume und markierte den Übergang zu einer anderen Welt. Die Druiden - die geistigen und spirituellen Führer der Kelten - haben ihre Wahrsage- und Zauberstäbe aus Eibenholz gefertigt. Damit haben sie die Zukunft vorhergesehen und Ursachen von Krankheiten ergründet.

Natur und Verwendung

„Zäh sein wie die Eibe.“ Diese Redensart kommt nicht von ungefähr, ist die Eibe doch eines der härtesten Hölzer Mitteleuropas. Durch ihr langsames Wachstum wird das Holz extrem dicht und schwer, aber auch elastisch. Eibenholz war früher daher sehr beliebt und wurde zur Herstellung von Pfählen, Musikinstrumenten, Waffen, Spazierstöcken, Möbeln und als Baumaterial verwendet.

Im 16. und 17. Jahrhundert plünderten die Engländer die Eibenwälder in ganz Europa, um Armbrust und Pfeilbogen für den Krieg herzustellen. Diese extreme Nutzung und die zusätzliche Beweidung mit Kühen und Rindern im Wald führten zu einem starken Rückgang der Eibe in weiten Teilen Europas. Heutzutage findet zwar in Wäldern keine Beweidung mehr statt, doch haben junge Eiben mit dem Wildverbiss zu kämpfen. Die Eibe ist daher im Wald selten anzutreffen und die verbliebenen Bestände sind von hohem ökologischem Wert.

Leben und Hoffnung

Die Eibe wächst langsam aber stetig und kann bis zu 1400 Jahre alt werden. Schon bei den Germanen galt sie aufgrund ihrer Beständigkeit als Symbol für Unsterblichkeit und ewiges Leben. Wird eine Eibe zurückgeschnitten, treibt sie erneut stark aus, was ihre Überlebensfähigkeit unterstreicht.

In den Siebzigerjahren konnte erstmals aus der Eibe Taxol isoliert werden, welches in einer chemisch abgewandelten Form als Krebsmedikament verwendet wird. In dieser Form dient sie zwar als Medizin, doch ist sie beim Verzehr für uns Menschen hoch giftig.

Gift und Tod

Die rote Warnfarbe der Eibenbeeren ist irreführend. Alles ausser dem roten Samenmantel ist für uns Menschen giftig, so auch der Kern der Beeren. Dies ist auf den Giftstoff Taxin zurückzuführen, der nicht nur für uns Menschen, sondern beispielsweise auch für Pferde tödlich sein kann. Als das Holz noch mit Pferden aus dem Wald geschaffen wurde, war die Eibe deshalb nicht gerne gesehen. Für das Reh als Wiederkäuer hingegen sind Eiben unbedenklich und als Nahrung heiss geliebt. Das Gift wurde bereits in der Steinzeit als Pfeilgift eingesetzt. So trug auch "Ötzi", der vor 3000 Jahren in den Alpen verunglückte, einen Pfeil aus Eibenholz bei sich.

Die Eibe ist oft in Parks, Gartenanlagen und insbesondere auf Friedhöfen anzutreffen. Dieser Brauch geht auf die Kelten und später die Germanen zurück. Die Kräfte der Eiben sollen Unheil abwehren und Geister und Dämonen vertreiben.


Quellenangabe:
Domont P. & Montelle E. (2008). Baumgeschichten.
© ecolinnea GmbH (Link: www.ecolinnea.ch)