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Das Furaldach

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1. Das Verlegen des Furaldaches


Das Furalband wird in Rollen bis zu 20 m geliefert. Die normale Breite beträgt 575 mm. Die Baubreite ist 500 mm. Der Rest bildet die Überdeckung. Die Befestigungsbänder werden am Stück geliefert. Eine genaue Beschreibung aller Materialien und Werkzeuge sowie der Handgriffe und Kniffe bei der Verarbeitung enthält der Abschnitt „Das Furalmaterial und seine Bearbeitung“.
Vor Beginn der Verlegung ist die Dachkonstruktion zu kontrollieren und zwar auf:

a) Gefälle (Minimalgefälle 10° )
b) Verankerung (Eine schlecht verankerte Konstruktion kann durch Windsog abgehoben werden)
c) Planheit (Unebenheiten aufschiften, Sparrenlage oder Konterlattung müssen in Ebene liegen)
d) Verlauf der Traufe (Abweichungen von den Geraden müssen mit der ersten Furallatte ausgeglichen werden).
e) generell ist ein fugenloses Unterdach erforderlich

Die Rinnen und Einlaufbleche müssen montiert sein. Die Rinnenhaken sind unter dem Traufbrett oder im Sparren (ev. Konterlatte) eingelassen.
Das Einlaufblech hat hinten nicht wie üblich einen Wasserfalz, sondern einen winkelrechten Aufbug von maximal 8 mm Höhe. Es ist hinten bündig mit dem Traufbrett.
Das Traufbrett ist scharfkantig und seine Dicke 4 mm geringer als diejenige der Fural-Lattung. Es muss schnurgerade verlegt sein.

Die zur Verlegung vorgesehene Dachfläche soll vollständig abgeräumt sein, also ist auch das zur Eindeckung erforderliche Fural-Material auf einer anderen Dachfläche oder am Boden bereitzustellen. Bei unsicherer Wetterlage sollten nur auf einer Fläche Latten aufgenagelt werden, die gleichentags eingedeckt werden kann. Wird die Holzkonstruktion nass, so verziehen sich die Latten, was Ungenauigkeiten zur Folge hat, die den Einrollvorgang erschweren.

Man beginnt nun mit dem Festlegen der Stelle, an der die erste Fural-Lattung platziert wird. Von Spezialfällen abgesehen, misst man an beiden Dachenden 4 cm von der vorderen Kante des Einlaufbleches gegen die Rinne und von diesem Punkt wieder 500 mm zurück. Mit einer Schnur überträgt man dieses Mass auf sämtliche Sparren, bzw. Konterlatten. Die gespannte Schnur ist beim Anzeichnen zu kontrollieren.

Die soeben festgelegte Linie bildet die Basis für die Aufteilung der sich folgenden Fural-Latten. Der Abstand von Latte zu Latte beträgt 500 mm. Bei grossen Drucklasten können die Lattenabstände wahlweise auf 250 mm reduziert werden. Diese Masszahl darf aber nicht einzeln hintereinander auf den Sparren, bzw. Konterlatten abgetragen werden, sondern die Abstände sind zu addieren und die entsprechenden Zwischenresultate aufzuzeichnen. Dadurch werden Distanzfehler vermieden. Am besten zeichnet man die Distanzmasse auf ein genügend langes Brett mit gehobelten, geraden und sauberen Kanten auf und überträgt die Masse von diesem auf die Sparren. Man verwendet dieses Brett gleichzeitig als Lineal, indem man es parallel zur Traufe über die Sparren legt (der Länge des Brettes entsprechend können beim Vorzeichnen Sparren ausgelassen werden).



Zur Festlegung des Abstandes von der äussersten Rippe bis zur Ortkante wird die erste Lattenreihe auf der ganzen Dachlänge ausgelegt und zwar so, dass die Rippenabstände bei den Lattenstössen eingehalten werden. Der Abstand vom Dachende bis zur ersten Rippe muss auf beiden Seiten gleich gross sein.

Es folgt das Auswinkeln der Dachfläche: Die erste Fural-Lattenreihe wird mit dem vorher beschriebenen gleichmässigen Abstand vom Ortbrett angeschlagen. Auf eine möglichst gerade Verlegung ist grösster Wert zu legen. Das Zusammenfügen zweier Fural-Latten erfolgt mit einer Lehre. Die Befestigungsbänder sind gegen die Dachfläche gerichtet. Die Latten liegen mit der oberen Kante an den Markierungen auf den Sparren. Fallen Lattenstösse nicht auf einen Sparren, so müssen Lattenstücke als Verstärkung unterlegt werden. Die Nägel sind unten umzuschlagen.



Zum Konstruieren der Senkrechten zur Traufkante sucht man sich am vorteilhaftesten einen Lattenstoss in der Mitte der Dachfläche aus. Die Mitte der äussersten Rippe beim Lattenstoss wird auf die Latte übertragen. Von diesem Punkt aus wird nach beiden Seiten eine gleich grosse Strecke abgetragen (Strecke x). Von den Endpunkten dieser Strecken, die auf gleicher Höhe liegen müssen, werden mit einem Stahlmessband Kreisbogen geschlagen, und zwar auf einem Brett, das speziell für diesen Zweck provisorisch auf den Sparren befestigt wird. Um eine grösstmögliche Genauigkeit zu erreichen, sollte das Brett möglichst hoch platziert werden.




Die nach dem Brett folgende Fural-Latte wird mit der äussersten Rippe unter Zuhilfenahme einer Schnur auf den Kreuzungspunkt der Kreisbogen und auf die äusserste Rippe der zuerst befestigten Fural-Latte ausgerichtet und aufgenagelt. Zur Kontrolle können noch die Diagonalen des Rechteckes gemessen werden, welches durch die beiden Latten und den gedachten Verbindungsgeraden der äussersten Rippen gebildet wird. Stimmen die Masszahlen der beiden Diagonalen überein, so ist die gedachte Verbindungsgerade über die Befestigungsbandrippen rechtwinklig zur Traufe.

Die vorhin erwähnte Schnur wird nun so an den Rippen befestigt, dass sie an deren äussersten Punkten zu liegen kommt. Sie darf keinesfalls dort angesetzt werden, wo die Rippen zum Wellental übergehen.

In dem durch die bereits geschlagenen Latten vorbestimmten Bereich werden nun die übrigen Befestigungsbänder aufgenagelt, und zwar genau nach der Schnur. Man beachte, dass die Schnur immer frei schwebt und nicht durch irgendeine Rippe aus der Geraden gerückt wird. Die bei diesen Arbeiten erreichte Genauigkeit ist entscheidend für den weiteren Verlauf der Verlegung.



Zur Fortsetzung in seitlicher Richtung werden die Befestigungsbänder, welche jeweils in der Mitte des Wellentals enden, mit einer Lehre angefügt. Als Lehre benützt man ein Stück Befestigungsband von zwei Rippen, das auf einem Lattenstück aufgenagelt ist. Man setzt jedoch nur die oberste und die unterste Latte auf diese Art an. Die dazwischenliegenden werden wieder mit der Schnur verlegt, um allfällige Differenzen auszugleichen. Ausserdem empfiehlt es sich, bei grösseren Dachflächen die Diagonalmasse wie beschrieben hin und wieder zu kontrollieren.

Sind die Latten auf einer Dachfläche aufgenagelt, so beginnt man mit dem Befestigen des Traufenbandes auf das Traufbrett mit verzinkten, 35 mm langen MB-Stiften. Dazu verlängert man die Senkrechte über die Rippen mit einem Stahllineal nach unten und nagelt von einem Dachende ausgehend nur eine Länge von etwas 4 - 5 m an.

Nun beginnt man mit dem Einrollen des ersten Fural-Bandes. War die Auswinklung der Dachfläche genau und sind die Fural-Latten sorgfältig aufgenagelt worden, dann muss das erste Fural-Band parallel zur Traufe verlaufen.

Trotz aller Sorgfältigkeit können aber immer wieder Differenzen auftreten, die es beim Verlegen des ersten Bandes auszugleichen gilt. Verläuft das erste Fural-Band beim Einrollen nach unten oder nach oben, so sind die Rippen des Traufenbandes aus der Senkrechten gedrückt. Diesen Fehler gleicht man aus, indem der Zwischenrippenteil am Traufenband um ein weniges erweitert oder verringert wird. Dies kann sich auf der ganzen Trauflänge mehrmals wiederholen, je nach dem Verlauf des Einrollvorganges.



Man merke sich: Das erste Fural-Band darf keinesfalls durch Schlagen in die gewünschte Lage gebracht werden. Der Fehler liegt am Traufenband, da die erste Furallatte die Grundlage des Ganzen ist. Dort muss er korrigiert werden. Zum Einrollen des ersten Bandes wird nur soviel von der Rolle gelöst, dass jeweils auf eine Länge von etwa 3 – 4 m eingedeckt werden kann. Es ist notwendig, dass der einzurollende Teil des Fural-Bandes unmittelbar bei der Verbindungsstelle mit dem Befestigungsband eine etwa 70 – 80 cm hohe Welle bildet.

Durch das Aufbiegen des Fural-Bandes öffnen sich die Rippen so weit, dass es mit einem leichten Druck auf den Zwischen-Rippenteil mühelos über die Zungen der Befestigungsbänder gestülpt werden kann.

Die noch folgenden Bänder werden zum Einrollen ganz ausgelegt. Entspricht die Dachlänge nicht der Länge eines ausgerollten Fural-Bandes, so ermittelt man die für eine Dachlänge erforderlichen Rippen und schneidet die Bänder vor der Verlegung auf Mass.

Beim Auslegen der Furalbänder ist darauf zu achten, dass sie jeweils mindestens 1.5 m über dasjenige Dachende hinausragen, an dem mit dem Verlegen begonnen wird. Mit diesem Teil wird die bereits erwähnte Welle gebildet. Um zu verhindern, dass das zum Verlegen ausgerollte Band bei steileren Dächern oder Wänden abgeleitet oder vom Wind hin und her geworfen wird, fixiert man dasselbe an einigen Punkten durch Überstülpen einer Rippe über eine Befestigungszunge, bzw. über den verjüngten Rippenteil des bereits verlegten Bandes.

Das weitere Vorgehen in Bezug auf den Verlegungsvorgang ist schon erläutert worden. Diese Bänder werden so eingerollt, dass ihr verjüngter Teil unmittelbar hinter dem Befestigungsband verläuft. Zur Kontrolle des richtigen Ablaufs verwende man die Marke am Ende des verjüngten Teils.

Geringfügige Differenzen beim Aufnageln der Latten können den Verlegungsablauf der weiteren Fural-Bänder beeinflussen. Ein Abweichen nach unten, also über die Marke hinaus, ist schwerlich zu korrigieren. Ist die Abweichung gross, so dürfte es zweckmässig sein, das Band zurückzurollen und den Verlegungsvorgang von der anderen Seite her neu zu beginnen. Abwärts lässt sich das Band sehr gut ausrichten, und zwar mit einem scharfkantigen, gehobelten Buchenholz, das folgende Masse aufweist: 80 x 8 x 6 cm. Dieses wird mit einer Seitenfläche auf die Sparren gelegt, während die andere an der Fural-Band-Längskante anliegt. Mit einem schweren Hammer (Fäustel) wird nun auf das Holz gegen das Fural-Band geschlagen. Bei jedem Schlag wird sich das Band um einige mm verschieben. Die Schläge sollten immer auf den Schwerpunkt des Holzes gerichtet sein, da sonst beim Fural-Band Stauchungen entstehen. Man warte mit dem Richten nicht zu, bis die Abweichung zu gross ist, sondern korrigiere laufend.