Das Furaldach

1. Das Fural-Material und seine Verarbeitung
1.1 Das Fural-Band
1. Furalbedachungen sind doppelfalzbar sowie löt- oder schweissbar. Ausser bei Dachdurchbrüchen und bei den Abschlüssen muss am Furaldach weder geschweisst oder gelötet noch gefalzt werden.
2. Zur Herstellung einer Querverbindung endet das eine Band in der Mitte der Rippe, das andere mit einem ganzen Wellental. Beim Zusammenfügen wird die halbe Rippe des fertig montierten Bandes mit der letzten ganzen Rippe des anzusetzenden Bandes überdeckt. Abschliessend presst man das Wellental desselben zwischen die halbe und die folgende ganze Rippe. Die Fural-Bänder lassen sich am besten zertrennen, indem man sie mit einer Durchlaufschere trennt. Querschnitte unter dem Achsmass können einfach und schnell auf einer Holzschneideanlage erfolgen.
3. Bei seitlichen Mauer- und Kaminanschlüssen wird das Fural-Band direkt an der Mauer hochgezogen. Das Material des Wellentales allein reicht aber für diesen Zweck nicht aus. Man benötigt dazu auch dasjenige von mindestens einer Rippe. Diese kann nun in gewissen Fällen in der Form belassen werden und verläuft dann an der senkrechten Wand sichtbar parallel zur Dachneigung. Ist dies nicht erwünscht, so streckt man die Rippe, und zwar durch Ausklopfen auf einer sauberen Holzunterlage oder durch Einspannen in eine Abkantmaschine. Der maschinellen Bearbeitung ist der Vorzug einzuräumen, da sie eine einwandfreie Ausführung gewährleistet. Je nach Länge der Maschine erstellt man gleichzeitig an 3 bis 4 Bändern den notwendigen Abbug für den Maueranschluss. Um rationell arbeiten zu können, sind die Bandstücke nicht länger als 3 bis 4 Rippen, die zum Biegen mit der vorgeschriebenen Überdeckung ineinander gerollt werden. Die Bandstücke sind auf der dem Abbug entgegengesetzten Seite zur Herstellung einer Querverbindung vorbereitet. Man beachte, dass die Quernähte nicht über mehrere Bänder auf der gleichen Rippe verlaufen, sondern von Band zu Band um eine Rippe versetzt sind. Man kann den seitlichen Maueranschluss auch mit einem Seitenblech erstellen, das zur Verbindung mit dem Fural-Band einen Hohlfalz aufweist.
4. Kompliziertere Dachformen erfordern meist An- und Abschlüsse wie Kehlen oder Gräte, die nicht parallel zu den Fural Rippen verlaufen. Damit auch hier die Dachhaut dicht und kompakt bleibt sowie frei dilatieren kann, müssen die Rippen entsprechend geformt werden.
Eine einfache und bewährte Methode ist das sogenannte „Quetschen“. Was darunter zu verstehen ist, soll in der Folge erläutert werden. Zum besseren Verständnis sei der Vorgang an einem frei liegenden Stück Fural-Band erklärt.
Als Unterlage für die zu quetschende Rippe wählt man ein sauberes Flachstahlprofil von mindestens 10 mm Stärke und etwa 100 mm Breite. Die Länge richtet sich nach den Gegebenheiten, beträgt aber mindestens 300 mm. Diesen Flachstahl legt man so unter die Rippe, dass diese der Länge nach aufliegt und auf die Mitte ausgerichtet ist.
Mit einem sauberen Holzhammer schlägt man nun, am Ende der Rippe beginnend, abwechslungsweise auf die beiden oberen Biegekanten. Die Schläge sind aber so zu führen, dass ein Stauchen erfolgt und nicht ein Umlegen. Geschieht das Letztere, wird der Zwischenrippenteil verkürzt, und es entstehen Materialspannungen.
Mit der gequetschten Rippe lässt sich das Fural-Band in der gewünschten Richtung biegen, sei es zum Einhängen in eine Kehle oder zum Aufbiegen an einer Gratleiste.
Die Biegekanten dürfen aber nicht scharf sein, da die Gefahr besteht, dass das Material reisst.
In welchem Winkel die Schnittkante über die Rippe verläuft, hat für das Quetschen derselben keine Bedeutung. Die Länge des gequetschten Teiles ist variabel und hängt von dem zu biegenden Teil ab. Der Abstand von der Biegekante bis zum Beginn der Quetschung beträgt im Allgemeinen ca. 5 cm; der einmal festgelegte Abstand sollte jedoch über alle zu quetschenden Rippen gleichmässig und die Anfangslinie des gequetschten Teiles mit der Biegekante parallel verlaufen.
Beim bereits verlegten Fural-Dach geht man genau so vor wie eben beschrieben. Es kommt lediglich dazu, dass zwischenhinein auch dort Rippen gequetscht werden müssen, wo sich die Bandüberdeckung befindet. Dies bietet jedoch keine Schwierigkeiten mehr, nur ist beim Aufbiegen darauf zu achten, dass das Material nicht reisst.
Das erwähnte Flachstahlprofil, welches als Unterlage für das Quetschen dient, kann zwecks rationeller Arbeitsweise auf dem Dach mit einem Griff versehen werden.
Es empfiehlt sich, die Fural-Bänder bereits auf dem Boden, und nicht wenn sie schon montiert sind, im erforderlichen Winkel abzuschneiden. Man verwendet dazu einen aus Dachlatten selbst gefertigten Anschlagwinkel.
5. In gewissen, jedoch seltenen Fällen, ist man genötigt ein Stück Fural-Band mitten aus einem bereits verlegten Dach herauszunehmen oder auszuwechseln. Die Ursache kann dabei verschiedener Art sein. Vielleicht muss noch ein Dunstrohr eingesetzt werden, oder es sind eventuelle Beschädigungen auszubessern.
Wie löst man nun ein Fural-Band mitten im Dach aus der Verankerung? Man beschafft sich zuerst ein geeignetes Werkzeug (Ausrolleisen), mit dem man zwischen die Längsüberdeckung zweier Fural-Bänder greifen kann. Dieses besteht aus einem 4-Kant-Stahl 10/10 mm, der an einem Ende dünn ausgeschmiedet und am anderen Ende zu einem Griff gebogen ist.
Das ausgeschmiedete Ende wird in der Mitte eines Wellentales unter das überdeckende Fural- Band geschoben. Indem man nun das Ausrolleisen parallel zum Fural-Band nach oben reisst, biegt sich das Wellental nach oben durch, und das Fural-Band löst sich an dieser Stelle aus der Verankerung. Das weitere Aufrollen nach beiden Richtungen geschieht von Hand unter eventuell gelegentlicher Zuhilfenahme des Ausrolleisens, besonders am Anfang. Das Hochreissen des Aufrolleisens darf keinesfalls mit Hebelwirkung erfolgen, da sonst das darunterliegende Band beschädigt wird, was zu Undichtigkeiten führen kann.
Welches ist nun aber das zum Auswechseln vorgesehene Band? Das mit dem Ausrolleisen herausgerissene oder das darunterliegende? Selbstverständlich das darunterliegende, denn dieses Band liegt nach dem Abheben des oberen frei und kann ohne Schwierigkeiten auf die notwendige Länge ausgerollt werden. Das zuerst gelöste Band darf nicht zu stark gehoben werden, ansonst die Rippen bei der Überdeckung zum nächstfolgenen Band geknickt werden, da diese auf der ganzen Länge der Überdeckung fest eingespannt sind. Zur Verhütung dieser Knickung ist es in gewissen Fällen zweckmässig, noch ein weiteres Fural-Band aus der Verankerung zu lösen.
Zum Wiedereindecken wird das zuerst gelöste Band zuletzt eingerollt, und zwar von beiden Seiten bis zu der Stelle, an welcher das Ausrolleisen angesetzt wurde. Die beiden letzten Rippen werden von der Seite her behutsam eingeklinkt und das aufgewölbte Wellental in die ursprüngliche Lage zurückgedrückt.
Das Furaldach ist wieder völlig intakt, die ausgewechselte Stelle sieht man kaum mehr und es musste weder geschweisst noch gelötet werden.
1.2 Das Befestigungsband
Zur Aufnahme des Fural-Bandes dient das Befestigungsband in der Abmessung 41 x 1.3 mm. Es wird aus der Legierung AI-Mn hergestellt. Der Form des Fural-Bandes entsprechend weist das Befestigungsband in Abständen von 143 mm konische Zungen auf. In der Mitte der Zunge befindet sich ein Loch von 8 mm Durchmesser. Dieses ist fabrikationstechnisch bedingt, gewährleistet aber noch eine allerdings sehr geringe Ventilationsmöglichkeit des Dachraumes. Unter diesem Loch ist eine kleine Stütze ausgestanzt, die als Auflager für die Latten dient und darunter ein Schlitzloch zum Aufnageln auf die Latten.
1.3 Das Traufenband
Das Traufenband ist im Prinzip dem Befestigungsband ähnlich. Es hat jedoch eine Breite von 46 mm und in der Zunge 2 Löcher von 10 mm Durchmesser. Es dient gleichzeitig zur Aufnahme des Fural-Bandes und zur Befestigung des Einlaufbleches.
1.4 Das Firstabdeckblech
Das Firstabdeckblech ist ein glattes, mit Ausstanzungen versehenes Band. Die Lieferung erfolgt in verschiedenen Breiten und Längen. Die erwähnten Ausstanzungen stehen im Zusammenhang mit der Form des Fural-Bandes. Der Schlitzabstand von 35 mm entspricht der Breite einer Rippe. Das Firstabdeckblech wird gebraucht für obere Dachabschlüsse, und zwar bei Firstabdeckungen, Pultdachabschlüssen, Brustbleche inbegriffen, und für die vorderen Kaminanschlüsse. Da diese Anschlüsse in der Art verschieden sind, muss auch das Firstabdeckblech entsprechend abgebogen werden. Es stehen zu diesem Zweck in der Regel Abkantmaschinen zur Verfügung, mit welchen normalerweise Bleche in der Länge von 2 – 3 m gebogen werden können.
Die Firstabdeckbleche werden in der Abkantmaschine gebogen. Der erste Abbug ist in allen Fällen derselbe. Er befindet sich auf der Seite der Ausstanzungen, ist winkelrecht und die Biegekante liegt 3 mm hinter dem inneren Schlitzende. Nach diesem Arbeitsgang, und zwar solange das Werkstück noch in der Maschine eingespannt ist, werden die ca. 30 mm breiten Lappen von Hand in die ursprüngliche Lage zurückgebogen. Es entsteht dabei eine neue Biegekante, welche samt der ersten belassen wird.
Das Firstabdeckblech legt man zur Montage so auf das Fural-Dach, dass der aufgebogene Teil zwischen die Rippen des Fural-Bandes zu stehen kommt, während die zurückgebogenen Lappen auf den Rippen aufliegen. Über diese Lappen verläuft dann das Firstklemmband. Die weitere Formgebung richtet sich nach dem auszuführenden Dachabschluss.
Mit dem Verlegen der Firstabdeckbleche wird auf der Dachseite begonnen, die der Wetterseite abgekehrt ist. Man lässt das erste Stück soviel über das Dachende vorspringen, dass es noch mit dem jeweiligen Abschluss verbunden werden kann. Das mit dem zweiten Blech zu verbindende Ende wird mit einer Deckzange leicht nach oben angereift, während der anzusetzende Teil des zweiten Bleches eine Anreifung nach unten bekommt.
Das zweite Blech wird nun so über das erste gelegt, dass es dieses um eine Rippendistanz überdeckt. In der gleichen Weise werden auch die folgenden Bleche verlegt, und das letzte überragt das Dachende wieder zwecks Verbindung mit dem Abschluss.
1.5 Das Firstklemmband
Das Firstklemmband besteht aus einem Flachprofil 12 x 2.3 mm in AI-MN und wird ebenfalls geliefert. Das Flachband ist genau wie das Fural-Band zum Firstklemmband verformt. Mit anderen Worten: Das Firstklemmband hat das gleiche Profil wie das Fural-Band.
Wie der Name schon sagt, ist das Firstklemmband dazu da, das Firstabdeckblech auf das Fural- Band zu klemmen. Das Haftprinzip entspricht demjenigen des Fural-Bandes und bedarf keiner weiteren Erklärung.
Das Firstabdeckblech wird mit den bereits beschriebenen, auf den Fural-Rippen liegenden Lappen, durch das Firstklemmband auf dem Fural-Dach gehalten. Das Ende des Klemmbandes wird mit dem Dachabschluss verbunden oder mit einem ganzen Wellental zwischen zwei Fural-Rippen geklemmt.
1.6 Der Schneerückhalter
1. Der Schnee haftet auf einem Metalldach sehr schlecht. Deshalb ist es oft notwendig, schon auf Fural-Dächern mit geringer Neigung eine Schneefangvorrichtung anzubringen. Für flache Dachneigung in wenig schneereichen Gebieten ist der Schneerückhalter bestimmt.
2. Der Schneerückhalter besteht aus Klemmgarnituren und T-Profil 30 x 30 x 4 mm. Eine Klemmgarnitur setzt sich zusammen aus:
a) Hohlprofil
b) 2 Schrauben
c) 2 Klemmbacken
3. Zur Befestigung des T-Profils, welches die Aufgabe hat, das Abrutschen der Schneemassen zu verhindern, werden sogenannte Klemmbacken verwendet. Diese sind ebenfalls der Form der Fural-Rippe entsprechend profiliert und zwecks Aufnahme des T-Profils ausgestanzt. Sie werden mit dem eingelegten T-Profil mittels Schrauben über die Rippen geklemmt.
4. Selbstverständlich können auch zwei und mehrere Reihen Schneerückhalter auf einer Dachfläche angebracht werden.












